Schreiben und Atmen

"Die Welt in mir als Echo und Inspiration. >Spirare< - atmen. Schreiben heißt, die Welt einatmen. Nicht nur die kühle Bergluft am Morgen, auch den Smog, den Rauch, die Abgase. Das Schöne wie das Hässliche."
(Doris Dörrie: Leben Schreiben Atmen)


Schreiben heißt die Welt einatmen

Schreiben heißt auch, die Welt wieder ausatmen. Der „Inspiration“, dem Einatmen folgt das Ausatmen, die „Exspiration“.  Zu viele Eindrücke (Impressionen) machen uns schwer und unbeweglich. Expressives Schreiben ist eine gute Methode das Innere nach Außen zu kehren, ohne sich zu entblößen, denn das Papier fällt kein Urteil über uns. Gerade deshalb kann Schreiben für viele erleichternd,  befreiend und reinigend wirken. Es öffnet Türen, die vorher unsichtbar hinter einer Verschalung aus Alltag und mehreren Tapetenschichten unzeitgemäßer Verhaltensmuster verborgen lagen. Schreiben eröffnet Räume, von denen wir nicht mehr wussten, dass sie in uns und um uns sind: Spielräume, Möglichkeitsräume, Freiräume.  Es öffnet den Blick für das Kommen und Gehen von Einfällen und Zufällen, von Erinnerungen und längst vergessen Geglaubtem, von Wünschen und Ängsten,  Ideen und Visionen. Schreiben ist Wandern zwischen den Zeiten, ist Festhalten und Loslassen, Säen und Ernten, Ebbe und Flut. Es ist fast so einfach wie Atmen und so gut wie immer möglich. 


Schreibräume und Schreibzeiten einrichten heißt Spielräume schaffen.

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